Internationales Lager Quipu 1986, die Späher waren dabei Ausgabe 2

Hallo liebe Leute,

Hallo liebe Leute,

jetzt machen wir einen Zeitsprung von ca. 20 Jahren vom ersten dokumentierten Lager und möchten Euch das QUIPU 1986 näherbringen. Manchen heute nicht mehr so jungen ehemaligen Spähern komme hier möglicherweise wieder Erinnerungen ins Gedächtnis. In unserem Archiv haben wir dazu folgendes gefunden:

„SOLA 86 DIE SPÄHER AM QUIPU

Das diesjährige Sommerlager des Spähertrupps fand im Rahmen des Nö. Landeslagers in Lilienfeld statt. Die Vorbereitungen begannen schon Monate vorher und so war die Freud auch recht groß, als es endlich soweit war.

14 Späher und ein Führer bestigen am 4. August 1986 gegen Mittag den Zug Richtung St. Pölten. Nach einigen Umsteigemanövern kamen wir um 16:00 Uhr gut und heil in Lilienfeld an, wo wir nach zehn Minuten auch den Lagerplatz erreichten. Dieser war bereits bevölkert von unzähligen Zelten und Lagerbauten, und so fügten auch wir uns nahtlos in diese große Pfadfindergemeinschaft ein.

Neben den zahlreichen österr. Gruppen kamen auch Pfadfinder aus Belgien, Brd, Finnland, Frankreich, Griechenland, England, Hongkong, Italien, Kanada, Libanon, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Polen, Spanien, Taiwan, USA und Zypern.

Alles Teilnehmer wurden in drei verschiedene Unterlager eingeteilt, die je nach Alter besetzt waren. So campierten im Unterlager Ockerus, Kohlweiß und Pyrker die Guides und Späher, im Unterlager Catstelli die Caravelles und Explorer, und im Unterlager Zdarsky die Ranger und Rover.

Die Späher der Gruppe 27 waren ganz am Rande des Großlagers, im Unterlager Ockerus stationiert. Undwir teilten uns diesen Platz gemeinsam mit einem Spähertrupp aus Perchtoldsdorf, und einem aus Hinterbrühl, mit denen wir sofort gute Kontakte geschlossen haben, und die wir auf diesem Weg noch einmal recht herzlich grüßen.

Der erst Tag war ganz dem Aufbau gewidmet. Die Zelte und die Kochstelle wurden von den Burschen nahezu ohne Anleitung errichtet und auch die Anrichteplatten im Kochhangar waren stabil und fest. Schwierigkeiten bereiteten nur die Eßtische. Aus Platzmangel waren wir nämlich gezwungen, im Hangar zu essen und wollten uns aus diesem Grund Tisch und Bänke bauen. Doch der mit diesen Arbeiten betraute „Bautrupp“ versagte, und so mußten wir froh sein, daß die Tische so halbwegs hielten und verzichteten auf den Bau der Sitzgelegenheiten. Mit dem Stehbuffet waren aber alle sehr zufrieden und es schmeckte genauso gut.

Am Mittwoch wurde das Lager offiziell eröffnet. Dabei wurde un erst so richtig bewußt, wie groß diese Pfadfinderbewegung eigentlich ist, denn 3000 Scouts aus aller Welt bieten schon einen imposanten Anblick.

Am Nachmittag wurde das Unterlager Ockerus eingeweiht und ein Kennlernspiel sollte den Kindern dazu verhelfen, leichter Kontakt zu anderen Burschen und Mädchen zu finden. Besonders aktiv waren dabei unsere Patrullenführer Christian Hengstberger und Marcus Drabek, die sofort Freundschaften mit italienischen Burschen und den Mädchen schlossen, die sich über das ganze Lager erstreckten wenn sie einmal nicht zu finden waren dann wußte ich, daß sie gerne wieder ihre Freundschaften vertieften. Interessant war nur, daß immer mehr Späher aus unserem Grupp italienisch lernen wollten und zu diesem Zweck, selbst in der Nacht ihre Freunde und Freundinnen kontaktierten. Wie auch immer – die Folge war ein gemeinsames Lagerfeuerbei den Italienern und eine Einladung zum Spaghetti essen.

Neben all diesen freundschaftlichen Kontakten gab es am Lager auch noch die Möglichkeit verschiedene Ateliers und Handwerkshöfe zu besuchen. BMX, Schwimmen, Hindernisbahn, Nachrichtentechnik, Orientierungslauf, Musik, Überleben, 1. Hilfe, Automechanik, Pionier, Computer u. V. m. waren jene Ateliers, aus denen man sich 4 aussuchen konnte. Zusätzlich dazu sollte man zwei Handwerke erlernen, die man dann mit der „Gesellenprüfung“ abschließen konnte. Dazu gehörten: Spinnen, Metallreiben, Batiken, Flugmodellbau, Sehen lernen, Portrait malen, Schustern, Tischlern, Schmied, Bäcker, Handpuppenbau und Emaillieren. All diese Arbeiten waren für die Kinder ein großes Erlebnis, weshalb sie auch mit Begeisterung bei der Sache waren.

Die Zeit verging wie im Flug. Neben einem Großlagerfeuer, bei dem unsere Gruppe einen sehr lustigen Sketch präsentierte, dem Folkloreabend und dem Besuchssonntag stand nur noch der Hike auf dem Programm. Diese 24-Stunden-Wanderung war für alle eine große Herausforderung., die natürlich jeder mitmachen wollte. Die Patrullenführer wurden dazu vom Hiketeam, einer Mannschaft, die sich nur um das Wohl der Patrulle während der Wanderung kümmerte, auf spezielle Schwierigkeiten hingewiesen und geschult. Gegen Mittag sollte es los gehen. Der Vormittag wurde dazu genutzt, die Rucksäcke vorschriftsmäßig einzupacken und alle Zelte wetterfest abzusichern. Gegen 14:00 Uhr verließ dann auch die Patrulle Panther (die Uhus waren schon unterwegs) das Lager und ließen mich einsam und verlassen zurück. (Yeah, yeah – endlich frei !!!) Was auf dieser Wanderung allen passierte erfuhr ich dann sehr ausführlich am nächsten Tag. Es vermittelte mir den Eindruck, daß es allen sehr viel Spaß gemacht hat, owohl das Wetter sehr schlecht war (Regen, Nebel, Kälte).

Am Abend des letzten Tages fand dann die Abschlußfeier statt, bei der jede ausländische Gruppe eine Darbietung zeigte. Jedes Kind erhielt schon vorher eine kleine Kerze, die dann während der Veranstaltung länderweise angezündet wurden, was den Beteiligten ein unbeschreibliches Bild bot. Da unser Späher aber erst an diesem Tag von ihrer Wanderung zurückgekommen waren, zogen sich fast alle relativ bald in ihr Zelt zurück und konnten daher dieses Schauspiel nicht mehr miterleben. Schade!

Der Abreisetag war wohl der traurigste Tag für alle Kinder und für mich. Immer mehr Zelte wurden abgebaut und verstaut, und aus dem so stark bevölkerten Platz wurde wieder eine verlassene, etwas abgenutzte Wiese. Eine Gruppe nach der anderen verließ den Lagerplatz, die letzten Adressen wurden ausgetauscht und schnell noch einige Abzeichen gewechselt. Besonders der Abschied von der italienischen Gruppe, aus Forli (Poebene) stimmte uns sehr traurig, denn wir haben wirklich gute Freunde gefunden.

Langsam und zögernd, in Erinnerungen schwelgend, machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof und fuhren mit einem lachenden und einem weinendem Auge Richtung Wien.

Gut Pfad

Peter“

Auch bei mir ist dieses Lager noch in Erinnernung, die BMX Bahn war ein Fixplatz für mich an diesem Lager.

Euer Robert

Pfadfinder*innen Gruppe 27