Aus dem Sommerlager (Lagerbericht vom Sommerlager der Gruppe 27 Juli, August 1967) Ausgabe 1

Jetzt ist es wieder einmal Zeit in der Vergangenheit zu schnüffeln. Daher haben wir uns in der Redaktion gedacht, warum nicht die alten Gruppenkuriere entstauben und Euch näher zu bringen, wie früher so Lager verbracht wurden und was hier so berichtet. Daher hier im Originaltext der ersten Sommerlagerbericht in einem Gruppenkurier in der Ausgabe 1 vom 1. November 1967:

„Aus dem Sommerlager:

Wie in den vergangenen Jahren, hatten euch heuer wieder die Pfadfinder unserer Gruppe, zusammen mit denen der Gruppe 13 (Erdberg), ihr Sommerlager in St. Georgen am Reith im schönen Ybbstal aufgeschlagen. Wohl hatte es anfangs geschienen, als ob das Lager heuer nicht zustande kommen sollte. Nachdem aber die entscheidenden Führungsfragen gelöst worden waren, gab es keine Schwierigkeiten mehr. GFM Schüller von der Gruppe 13 hatte wieder, wie schon oft, die Lagerleitung übernommen. Von unserer Gruppe waren DFM Walden in der ersten, FM Cukovits in der zweiten, und DFM Dipl. Ing. Köhler in der dritten Woche im Lagerstab. Außerdem führte unser RM Kufner den Vortrupp, und R Grubmann war während der ganzen Zeit im Lagerstab tätig. Die Pfadfinder unsere Gruppe bildeten die Patrulle Panther. Zu ihr gehöhrten K Ritter, HK Roscher, HK Frenzl, HK Brauneis Werne und sein Bruder Günther, Pum, Feigerl, Schmucker und Walter.

Vom schönsten Wetter begünstigt – einige Gewitterregen brachten nur zeitweise etwas aufregende Abwechslung -, in geräumigen, modernen Zelten untergebracht, und bei gewohnt tadelloser Verpflegung erfreuten sich alle Lagerteilnehmer bester Gesundheit und eines frohen Beisammenseins. Aber auch die pfadfinderische Ausbildung kam nicht zu kurz:

So konnte bei einem der stimmungsvollen Lagerfeuer der Neuling Franz Feigerl am 3. 8. Sein Pfadfinderversprechen ablegen und eine Reihe von Erprobungen verschiedenster Art wurde bestätigt. Sportliche Wettkämpfe und ein pfadfinderischer Hindernislauf, den die Patrulle Schwalben der Gruppe 13 knapp gewann, brachten beachtliche Ergebnisse. Ein Dschlungellauf konnte im zweiten Durchgang von HK Roscher gewonnen werden. Ausflüge und Bergwanderungen, z. B. auf  den Dürrenstein, vermittelten unvergeßliche Eindrücke.

Einige aufregende Ereignisse seien besonders erwähnt: Durch ein Motorgebrechen konnte der Gepäckstransport nicht, wie vorgesehen, in den Abendstunden am Lagerplatz eintreffen, sondern erst mitten in der Nacht. Aber auch zu dieser ungewohnten Stunde standen die Vortrupp- Pfadfinder, plötzlich geisterhaft aus dem Dunkel kommend, vor der Ladung, und in wenigen Minuten war das Auto leer.

Der gesunde Schlaf der Lagerbewohner ermöglichte es, daß zwielichtige Elemente in einer Nacht der Provianthütte einen Besuch abstatteten und das  ihnen wünschenswert Erscheinende entwendete. Ihre Freude währte aber nur bis zum Vormittag des nächsten Tages. Der kriminalistischen Fähigkeiten des Lagerleiters und seiner Helfer gelang es nach glasklaren Überlegungen in kürzester Zeit die Missetäter, die von einem Scherz sprachen, ausfindig zu machen und den Lagerproviant wieder aufzufüllen.

Der Schuldirektor von St. Georgen, ein seit Jahren bewährter Freund der Pfadfinder, gestaltete wieder einen sehr interessanten Filmabend.

Sehr erfreut haben die zahlreichen Besuche von Eltern und einstigen Pfadfindern,  die auch schon in St. Georgen gelagert hatten, sowie der Besuch der beiden geistlichen Herren der Dompfarre St. Stefan, Hochwürden G.R. Mitterhöfer und  Hochwürden Schuster. Mit großem Jubel und aufrichtiger Dankbarkeit wurden die Geschenke der Firma UHU begrüßt, die die wertvollen Preise – eine Kochgarnitur für die beste, und einen Spaten für die zweitbeste Lagerpatrulle, eine Kartentasche für den Sieger im Dschungellauf, eine Bussole für die beste Lagerpatrulle des Vorjahres, eine praktische Messer-Axt-Kombination für den besten Lagerbericht und Ausscheidungssieger, und für alle Lagerteilnehmer eine UHU-Tasche – spendete.

Ein besonderer Dank gebührt der Ortsbevölkerung mit Herrn Pfarrer Zechberger für die freundliche Aufnahme. So erwarten alle ein frohes Wiedersehen im nächsten Jahr?“

Ein spannendes Lager, vor allem könnt ihr euch heute noch vorstellen 3 Wochen auf Lager zu fahren? Der Begriff FM bedeutet Feldmeister und ich mit dem heutigen Pfadfinderleiter vergleichbar. Auch wenn das Lager schon 53 Jahre in der Vergangenheit liegt, vielleicht war ja jemand dabei und kann uns ein Foto vom Lager zur Verfügung stellen. Schauen wir mal ob wir hier etwas zusammenbringen.

Wir freuen uns schon in den Gruppenkurieren zu stöbern, um euch den nächsten Beitrag Online stellen zu können.

Die Redaktion